Und warum das evolutionär- biologisch sinnvoll ist
Die Untersuchung von oft persistierenden Schmerzen wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen usw. zeigte, das diese Beschwerden häufig mit muskulären und faszialen Veränderungen wie verminderte Beweglichkeit, Steifigkeit und Härte einhergingen.
Dies führte zur aktuellen Forschung an molekularbiologischen Prozessen in der Muskulatur und Bindegewebe (Faszien) und zu den Erkenntnissen darüber, das Muskelschmerz und eingeschränkter Bewegungsspielraum evolutionär oft kein Defekt sind, sondern ein sinnvolles Schutzprogramm.
Die meisten hartnäckigen Beschwerden entstehen nicht, weil ein Muskel „zu viel Spannung hat“. Sie entstehen, weil er über längere Zeit zu stark belastet wird – öfter, länger oder intensiver, als er es verkraften kann und nicht genügend Regenerationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Härte, Verkürzung, Schmerz und Schonbewegung fühlen sich nach Defekt an. Evolutionärbiologisch sind sie meist kein Schaden, sondern ein Sicherheitsprogramm: Das System drosselt Leistung, sobald Risiko größer wird als Nutzen. Evolutionär ist das klug. In der modernen Umwelt – stundenlanges Sitzen, monotone Winkel, wenig Wechselbewegung – läuft dasselbe Programm zu lange. Dann wird aus kurzfristigem Schutz ein gelerntes Muster.
Ursachenbehandlung
Es ist mein oberstes Ziel, nicht nur symptomatisch zu behandeln, sondern die grundlegenden Ursachen von Beschwerden anzugehen. Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht es, effektive Behandlungspläne zu erstellen, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Umstände jedes einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Ich möchte nicht nur kurzfristige Linderung bieten, sondern zusammen mit Ihnen auch langfristige Verbesserungen Ihrer körperlichen Funktionalität erreichen.
Muskuläre Dysfunktion
Mein Verständnis der körperlichen Zusammenhänge basiert auf dem Wissen, dass alle Körperteile miteinander verbunden, und voneinander abhängig über Muskulatur und Bindegewebe interagieren. Die Funktion der Muskulatur ist dabei von entscheidender Bedeutung, da sie für Stabilität sorgt und Bewegung ermöglicht. Muskelverspannungen, Verhärtungen oder Verkürzungen können aus vielfältigen Gründen entstehen, aus Über- oder Unterbelastungen, Schutzreaktionen des Körpers, aber auch Stoffwechselstörungen können einen Einfluß auf die Muskulatur und das Bindegewebe haben.
Warum Schmerzen
Für jede muskuläre Aufgabe gibt es eine Anforderung (Demand: Kraft, Dauer, Präzision, Tempo) und eine verfügbare Fähigkeit (Capacity: Energie, Durchblutung, Gewebetoleranz, Koordination). Limitierend wird jeweils der Faktor, der zuerst an seine Grenze kommt.
Schmerz ist eine Schutzreaktion des Haltungsapparates, wenn er zu dem Schluss kommt: Hier ist ein Risiko entstanden.
Gewebezustand, muskulärer Innendruck, Entzündung, Schlaf, Stress, Vorerfahrung und Bedeutung der Struktur fließen in diese Berechnung ein. Die Stärke des Schmerzes ist nicht unbedingt eine Aussage über eine Schädigung von Bändern, Bandscheiben oder „Verhärtung oder Verspannung eines Muskels“.